MS: Neues Medikament, das nachweislich die Schrumpfung des Gehirns verlangsamt

Eine neue klinische Studie für das Medikament Ibudilast bietet dringend benötigte Hoffnung für Menschen mit Multipler Sklerose - eine neurologische Erkrankung, die hauptsächlich Frauen betrifft und nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten bietet.

Mithilfe von MRT-Scans konnten die Forscher feststellen, dass das neue Medikament die Schrumpfung des Gehirns bei Menschen mit MS verlangsamt.

Die Ergebnisse der Studie, die in der veröffentlicht wurden New England Journal of Medicinelegen nahe, dass das Medikament die Hirnatrophie oder -schrumpfung wirksam verlangsamen kann.

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die das Zentralnervensystem betrifft.

Bei MS erkennt das Immunsystem die Schutzhülle des Myelins, die die Nervenzellen umgibt, nicht und greift sie an.

Dies schädigt Nervenzellen und verursacht unter anderem Symptome wie Muskelschwäche, Taubheitsgefühl, chronische Schmerzen und Koordinationsprobleme.

Die Hirnatrophie ist eines der Kennzeichen dieser neurodegenerativen Erkrankung und ein guter Prädiktor für das Fortschreiten der Krankheit. Es wurde gezeigt, dass höhere Schrumpfungsraten des Gehirns mit einer Verschlechterung der Symptome bei Menschen mit progressiver MS korrelieren.

MS ist noch nicht geheilt, und die Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können, sind begrenzt. In einer neuen klinischen Studie wird das Medikament Ibudilast als neuer Behandlungskandidat vorgeschlagen, der die Atrophie des Gehirns verlangsamen kann.

Dr. Robert J. Fox, Neurologe an der Cleveland Clinic in Ohio, leitete die randomisierte Studie, in der das Medikament bei 255 Teilnehmern mit einem Placebo verglichen wurde.

Gehirnvolumen: Ibudilast vs. Placebo

Dr. Fox und sein Team ordneten die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip entweder einer Gruppe zu, die eine tägliche Dosis von bis zu 10 Kapseln Ibudilast erhielt, oder einer Gruppe, die ein Placebo erhielt. Der Prozess dauerte 96 Wochen.

Dr. Fox und Kollegen untersuchten das Gehirnvolumen der Teilnehmer alle 6 Monate mittels MRT.

Insgesamt zeigte die Studie, dass das Medikament die Schrumpfungsrate des Gehirns reduzierte. Im Durchschnitt verloren diejenigen in der Placebo-Gruppe 2,5 Milliliter mehr Gehirnvolumen als diejenigen, die das Medikament einnahmen.

Das durchschnittliche Volumen des erwachsenen menschlichen Gehirns beträgt 1.300 bis 1.500 Milliliter.

Diese Ergebnisse weisen jedoch einige Einschränkungen auf. Die Forscher wissen nicht, ob die Verringerung der Gehirnschrumpfung zu verbesserten Symptomen oder einer besseren Funktion führt.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen und Depressionen.

"Sehr ermutigende Ergebnisse"

Dr. Fox kommentiert die neuen Ergebnisse mit den Worten: "Die Ergebnisse der Studie sind sehr ermutigend und deuten auf eine mögliche neue Therapie hin, um Menschen mit progressiver MS zu helfen."

In den Vereinigten Staaten leben nach jüngsten Schätzungen ungefähr 1 Million Menschen mit dieser Krankheit. Weltweit leiden 2,3 Millionen Menschen an dieser Krankheit.

"[Die Studie]", fährt Dr. Fox fort, "hat auch unser Verständnis für fortgeschrittene Bildgebungstechniken verbessert, so dass zukünftige Studien möglicherweise eine geringere Anzahl von Patienten erfordern, die über einen kürzeren Zeitraum nachbeobachtet werden."

"Dies führt zu einer höheren Effizienz der klinischen Forschung", sagt er. "Diese bildgebenden Verfahren können auch für eine Vielzahl anderer neurologischer Störungen relevant sein."

Das Nationale Institut für neurologische Erkrankungen und Schlaganfall unterstützte die Forschung. Dr. Walter J. Koroshetz, sein Direktor, wägt ebenfalls die Bedeutung des Prozesses ab.

"Diese Ergebnisse geben Menschen mit einer Form der Multiplen Sklerose, die eine langfristige Behinderung verursacht, aber nicht viele Behandlungsmöglichkeiten bietet, einen Hoffnungsschimmer."

Dr. Walter J. Koroshetz

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